München, 26. Oktober 2021

Exkursion: Lehmbau hautnah

Auf Einladung von Architektin und Lehmbauspezialistin Anna Heringer und Martin Rauch, Chef der ausführenden Firma für den von HITZLER INGENIEURE gesteuerten Lehmbau auf dem Traunsteiner Campus St. Michael, besuchten die Projektverantwortlichen bei HITZLER INGENIEURE München das Atelier, die Produktionshalle sowie das Lehmhaus von Martin Rauch im österreichischen Schlins. Begleitet wurde die Exkursion durch die Bauherrschaft und Teile des inzwischen 30-köpfigen Planungsteams.

Lehmbau
Lehmbau
Die Produktionshalle für Lehmbauwände von Lehmbauexperte Martin Rauch in Österreich.
© HITZLER INGENIEURE

Der Hintergrund: Nach über drei Jahren Planung des Bildungscampus St. Michael mit einem Lehmbauwerk als zentrale Begegnungsstätte durfte das Lehmbau-Team von HITZLER INGENIEURE Produktions- und Funktionsweise des Lehmbaus zum ersten Mal hautnah erleben. Nach dem Besuch des Ateliers von Martin Rauch mit kurzer Vorstellung zur Firmengeschichte besichtigten das Bauherr- und Planungsteam eine Prototyp-Baustelle für die Serienproduktion von Lehm-Einfamilienhäusern. „Lehm ist unter anderem nahezu schadstofffrei, speichert Wärme und reguliert den Feuchtigkeitshaushalt optimal“, erklärt der Projektleiter bei HITZLER INGENIEURE, Jochen Weber. „Ein toller Baustoff, der nachhaltig und ressourcenschonend ist.“ Im Anschluss daran ging es auf den so genannten „Rauch Berg“, wo Martin Rauch mit ersten Lehmanwendungen im Häuserbau experimentierte und durch sein eigenes Wohnhaus in kompletter Lehmbauweise führte.

Auch ein Blick in die Produktionshalle durfte nicht fehlen. „Hier werden die Lehmbauwände hergestellt“, sagt Jochen Weber. „Zunächst werden einzelne Teile der Lehmwände produziert und dann in transportierbare Teile geschnitten, um auf die jeweilige Baustellen zu bringen.“ Umso ein Ergebnis in Echt zu sehen, ging es in die Hauptniederlassung der nahe gelegenen Firma Omicron, wo Martin Rauch zusammen mit Anna Heringer einen Pausenbereich für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Stampflehm gestaltet hat. „Der Pausenraum mit Höhle hatte Wohlfühlcharakter“, resümiert Weber, „so ein Lehmbauwerk hautnah zu sehen und sich länger darin aufzuhalten, ist schon ein besonderes Erlebnis.“ Den Abschluss der Exkursion bildete ein gemeinsames Abendessen in der Propstei St. Gerold im Großen Walsertal in Vorarlberg, wo Martin Rauch unter anderem die Friedhofsmauer gestaltet hat.

Zum Lehmbau-Projekt von HITZLER INGENIEURE

Mit dem Bildungscampus St. Michael in Traunstein betreut HITZLER INGENIEURE München seit April 2017 ein ganz besonderes Bauprojekt: Unter dem Titel „Nachhaltigkeit leben. Zukunft gestalten.“ entsteht auf dem jetzigen Gelände des katholischen Studienseminars St. Michael, einem renommierten Jungeninternat in Traunstein, ein ganzheitlicher Bildungs- und Netzwerkcampus mit verschiedenen Einrichtungen aus den Bereichen Bildung, Beratung, Medienarbeit und Ökologie. Herzstück des geplanten Areals ist das so genannte Forum, eine Begegnungsstätte mit Cafeteria, die größtenteils in Stampflehmbauweise realisiert wird. Verantwortliche Architektin ist Lehmbauexpertin und Aga-Khan-Preisträgerin für Architektur Anna Heringer. Sie ist bekannt für die Berücksichtigung traditioneller Bauformen, die umweltfreundliche Ausrichtung ihrer Architektur sowie die Einbeziehung lokaler Baumaterialien und Arbeitskräfte in den Bauprozess.

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